chez pipo
ein leonce-und-lena-spiel

"mein herr, was wollen sie von mir? mich auf meinen beruf vorbereiten? ich habe alle hände voll zu tun, ich weiß mir vor arbeit nicht zu helfen. sehen sie, erst habe ich auf dieses blatt hier dreihundert fünf und sechzig mal hintereinander zu spucken. haben sie das noch nicht probiert? tun sie es. es gewährt eine ganz eigene unterhaltung." (leonce und lena)

drei jugendliche in einem abgefuckten kellerraum - schlampige authentizität. ein "abhängen" nicht so sehr aus dümmlicher fadesse, sondern aus einem fast schrecklichen übermaß an freiheit. ein seltsames ritual, ein merkwürdiges spiel: das "leonce und lena"-spiel verbindet die drei.

in "chez pipo" wird fast ausschließlich "büchnerisch" gesprochen. man muss sich an spielregeln halten! plötzlich ist nicht alles egal, nicht alles möglich. valerio, leonce und lena tragen etwas aus: was? den kampf darum, dass etwas geschieht, etwas nennenswertes, etwas, das eine echte emotion erzeugen könnte. etwas, das besser, radikaler und mehr ist, als das versinken dreier jugendlicher in einem x-beliebigen, urbanen kellerraum.

eine leonce und lena-fassung für drei spieler, die hinter der folie des gelangweilten, an seiner freiheit erstickenden leonce erschreckend ein zeitgefühl von heute entdeckt.

darsteller:
raphael von bargen (2002), daniel frantisek kamen, bernd rehse (2003), katrin stuflesser

inszenierung und
bühnenfassung: anna maria krassnigg
regieassistenz und
inspizienz: rosemarie brucher
bühne / licht: bert de raeymaecker
kostüme: eva wandeler
musik: andré mergenthaler, raphael von bargen, christian mair
dramaturgie: olivier ortolani

premiere:8. märz 2002 in ancsiens etablissements peusch, luxemburg

eine coproduktion des théâtre national du luxembourg, max-reinhardt-seminar wien und i&s

eine produktion im rahmen von
jeunesse baisée

weiterführendes material:

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