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ich habe gott erschlagen. eine beichte von nicolai stawrogin aus die dämonen von f. dostojewskij |
es hätte alles so schön werden können: nicolai stawrogin ist jung, attraktiv, reich und begehrt - er hätte alle möglichkeiten für ein sogenanntes "privilegiertes" leben. doch da gibt es ein problem: sein leben und mitunter die ganze welt erscheinen ihm als eine einzige fadesse, als eine permanente demonstration seiner existentiellen sinnlosigkeit. der einzige "kick", der noch funktioniert, ist der rausch an der eigenen niedertracht, die wollust der eigenen gemeinheit - bis einer stirbt. und dann wird gebeichtet, aber auch bereut? oder handelt es sich bloß um ein weiteres spiel, um einen weiteren kick?
stawrogin ist wohl dostojewskijs modernste, aktuellste figur, in ihm und seinem schicksal nimmt der autor eine generation vorweg, in der american psycho zum Kultbuch werden wird. eine jugend, jeglicher werte und ideale, jeglicher wünsche und ziele enthoben. deren einzige regel zu sein scheint, wenn all dies nicht existiert - wenn es keinen gott gibt - dann ist alles erlaubt.
dostojewskijs hinterfragung des scheinbar motivationslosen verbrechens, der "bösen" tat, resultierend aus einem horror vacui, scheint aktueller denn je in einer zeit, in der der jugendliche straftäter zur makabren tagesordnung geworden ist.
ich habe gott erschlagen tourte im november / dezember 2003 durch bars in wien.
darsteller: jens ole schmieder
konzeption, regie und
textfassung: rosemarie brucher
assistenz und inspizienz: karl wratschko
musikkonzept: christian mair
kostümdesign: unartig
premiere: 20. november 2003 im wuk
theater wien
homepage: www.stawrogin.com
eine produktion im rahmen von
jeunesse baisée
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